Online-Seminar gestalten – Tipps

Aufgrund der aktuellen Situation durfte ich zusammen mit KollegInnen im Team „Beratung digitale Bildung (BdB)“ in den letzten Wochen eifrig Online-Seminare („eSessions“) organisieren.

Dabei haben wir festgestellt, dass ein paar Dinge ganz wichtig sind.

Diese Erfahrungen möchte ich hier gerne teilen. Gesammelt sind sie in einer Präsentation, die man hier herunterladen und gerne weitergeben und weiterverwenden darf (CC-BY).

OnlineSeminarDidaktik_praesentationKomplett

 

Besonders hilfreich ist es am Anfang, eine Netiquette aufzustellen: Das Wichtigste ist, dass man grundsätzlich sein Mikrophon aus schaltet, außer man möchte etwas sagen. Um überhaupt einmal die Runde kennen zu lernen, ist es schön, sich gerade am Anfang zumindest kurz per Kamera zu sehen. Später kann diese aus sein, falls sonst die Bandbreite der Datenübertragung nicht ausreicht. Um Teilnahmebestätigungen ausstellen zu können, aber auch, um sich ansprechen oder jemanden das Wort erteilen zu können, ist es schön, den Namen einzutragen. Auftauchende Anmerkungen oder Fragen lassen sich gut erst einmal im Chat sammeln, um dann später evtl. doch in der großen Runde thematisiert zu werden. Vielleicht kann sie auch schon der Moderator nebenbei beantworten – so eine Gestaltung aus Referenten- und Moderatorenteam ist überhaupt eine ganz wichtige Sache!

OnlineSeminarDidaktik_Regeln

 

Grundsätzlich könnte ein Online-Seminar folgendermaßen aufgebaut sein:

OnlineSeminarDidaktik_Aufbau

 

Und das sind die Erfahrungen aus den letzten Online-Seminaren:

OnlineSeminarDidaktik_Empfehlungen

  • Als Team agieren: Der Referent gestaltet einen thematischen Input, der Moderator begrüßt die TN, führt im persönlich Erstkontakt in die Technik ein sowie dann in der Gruppe in die Netiquette, begrüßt offiziell und moderiert die Fragen (Chat und evtl. mündliche Fragen).
  • Kompaktes Format wählen: Da jegliche Anreisezeiten wegfallen, und andererseits die Aufmerksamkeit an einem ablenkungsreichen Gerät recht schwankend ist, empfiehlt es sich, kurz und informativ zu bleiben.
  • Praxisnahes Thema wählen: Es eignen sich z.B. für die Fortbildung Themen, die praxisnah angewendet und gleich danach ausprobiert bzw. umgesetzt werden können. Somit haben sie einen hohen Aufforderungscharakter, und die Wahrscheinlichkeit, dass TN gleich nach dem Online-Seminar noch etwas ausprobieren, ist groß.
  • Interaktionen gestalten: Neben Input, Fragen und Austausch empfiehlt es sich, kleine Gruppeninteraktionen einzubauen, z.B. Ideen auf einer digitalen, kollaborativen Pinnwand zu sammeln.
  • Methoden abwechseln: Kurzweilig sind verschiedene Phasen, z.B. Input, Fragen, Austausch, Gruppenaktivität, Selbstlernaktivität, Untergruppenbildung (in Parallelräumen)

 

Gibt es einen Input, sind Zwischenfragen oft technisch schwierig zu bewerkstelligen, da dann ja Mikrophone oder gar Kameraansichten umgeschaltet werden müssen, bzw. Bildschirmübertragungen unterbrochen werden müssen. Daher empfiehlt es sich, nach kurzen Präsentationsphasen immer wieder zu stoppen, sich als Referent wieder im Bild zu zeigen und idealerweise über den Kachelmodus mit den TN in Blickkontakt zu treten. So entsteht persönlichere Kommunikation, und man traut sich schneller Fragen zu stellen. Als Referent bekommt man auf diese Weise leichter mit, falls irgendjemand Unterstützung bzgl. Mikrophon oder Kamera benötigt (wenn jemand z.B. nicht hörbar ist, obwohl er sichtlich erkennbar spricht).

OnlineSeminarDidaktik_Fragerunde

Orientiert an der Zusammenstellung nach Göllner & Kammerer (2018) hat sich vom Aufbau her folgende Struktur bewährt:

 

 

Je nach Länge des Online-Seminars werden nicht alle Phasen umgesetzt. Schön ist insbesondere eine Fragerunde zum Schluss – das ist der Vorteil eines synchronen gegenüber eines asynchronen Angebots mit Videos oder Onlinekursen.

Empfehlenswert als einfaches, kostenfreies OpenSource-Tool zur Gestaltung von Online-Seminaren ist z.B. Jitsi. Hier dazu ebenfalls ein Infoblatt (CC-BY).

Vorteil von Jitsi ist, dass man Teilnehmer einfach per Link und Passwort einladen kann und diese ohne Installation von jedem Endgeräte-Betriebssystem aus teilnehmen können (Google Chrome wird vorausgesetzt), vom mobilen Endgerät per App. 

 

Zum Weiterlesen:

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