Gastvortrag an der LMU München: Richtig schreiben lernen von Anfang an

Gastvortrag am 22.4.2020 als Online-Seminar

Zentrale Frage: Was ist wichtig für guten Rechtschreibunterricht?

Meine kurze Antwort: Rechtschreiben von Anfang an, also ab Klasse 1, orientiert an Schriftspracherwerbsmodellen sowie motivierend umgesetzt!

Und die etwas längere Antwort:

Einstieg: Pumuckl will auch schreiben lernen – oder: Warum klappt das so nicht?

Bitte schauen Sie sich das folgende Video an: Meister Eder und sein Pumuckl – 24. Die geheimnisvollen Briefe (1:50 min bis ca. 7:00 min).

Was ist wichtig für guten Rechtschreibunterricht? Notieren Sie, was Ihnen auffällt!

 

Überblick: Was ist wichtig für guten Rechtschreibunterricht?

Für mich sind das v.a. folgende Prinzipien (genauer vgl. Reber 2017, Kapitel 3.6):

  1. Adaption an den Lernvoraussetzungen
  2. Orientierung an Modellen zum SSE sowie linguistischen Kriterien
  3. Integrative Förderung von Laut- und Schriftsprache
  4. Nachhaltige Automatisierung und Transfer
  5. Metasprachliches Arbeiten: Sprechen über Sprache
  6. Kindgemäße Darstellung von Mitsprech-, Nachdenk- und Merkwörtern
  7. Rechtschreiben von Anfang an
  8. Verknüpfen verschiedener Lernzugänge und Medien

Wir sehen uns ein paar davon im Online-Seminar bzw. im Folgenden genauer an:

Orientierung an Modellen zum Schriftspracherwerb sowie linguistischen Kriterien: Lernfelder

Übersicht

Orientiert an Entwicklungsmodellen zum Schriftspracherwerb lassen sich Lernfelder ableiten: Übersicht zum Download (genauer vgl. Reber 2017, Kapitel 3.5)

lernfelderReberUebersicht

Interaktive Übung

Testen Sie in folgender Übung, ob Sie Ihr Wissen über die Lernfelder richtig anwenden können: Interaktive learningapp.org-Übung

Kindgemäße Darstellung von Mitsprech-, Nachdenk- und Merkwörtern

rechtschreibenDarstellungLernwoerter

  • Für die Kategorien Mitsprechen kann man z.B. eine Schnecke oder einen Hasen verwenden, um das genaue Hinhören oder das langsame Sprechen zu symbolisieren. Im Förderschwerpunkt Sprache, wo das Sprechen im Vordergrund steht, habe ich gerne die Schnecke verwendet. Die Schnecke Lulu macht alles gaaaanz langsam und schreibt wie sie spricht. Sie kann Mitsprechwörter richtig schreiben, schwierige Stellen aber nicht.
  • Für das Nachdenken braucht man ein Tier, das Tipps und Regeln sammeln kann. Daher fand ich die Raupe, die in ihren Körperteilen die einzelnen Bereich sammelt und immer länger wird, gut geeignet: Der Wurmi ist ein Besserwissertyp, der immer eine Regel parat hat und ständig Tipps gibt, z.B. „Ich höre schp, aber ich schreibe sp in Spezi“.
  • Für die dritte Kategorie Merken benötigt man ein weises Tier, das sich viel merken kann und mit Lebenserfahrung glänzt: Der Uhu Schuhu ist schon sehr alt und hat sich ganz viele Wörter gemerkt. Man kann ihn (z.B. beim freien Schreiben) um Rat fragen. Er weiß alles auswendig!

Im Projekt Miomind-Rechtschreibregal verwenden wir den Delfin (ein Wassertier ganz unten) für lautgetreue Schreibweisen, den Fuchs (ein Landtier) für regelgeleitete  und den Adler (ein Lufttier ganz oben) für zu merkende Schreibweisen.

Rechtschreiben von Anfang an: Buchstabeneinführungen didaktisch durchdacht gestalten

Ein Beispiel, sogar mit Erklärvideo von Anja Lengsfeld, veröffentlicht im Padlet „Digitaler Fernunterricht“: Guter Rechtschreibunterricht beginnt in Klasse 1 bei den Buchstabeneinführungen, die orthographisch interessant sind, und thematisiert auf spielerische Art die Besonderheiten von Schreibweisen im Vergleich zur Sprechweise.

Verknüpfen verschiedener Lernzugänge und Medien

Im Rechtschreibunterricht sollten nicht nur Arbeitsblättern den Alltag bestimmen: Das kann für SchülerInnen so demotivierend sein! Statt dessen empfiehlt es sich, auch spielerisches Lernen einzubauen:

 

Folien zum Online-Seminar:

Folien zum Vortrag „Richtig schreiben lernen von Anfang an“

Materialien zum Download:

Literatur:

  • Kirch, M./Reber, K. (2014): Mit allen Kindern spielerisch richtig schreiben lernen. Das Spiel als inklusive Methode. In: Sache Wort Zahl 42, 43-49.
  • Reber, K. (2/2017): Prävention von Lese- und Rechtschreibstörungen im Unterricht. Systematischer Schriftspracherwerb von Anfang an. Ernst Reinhardt Verlag, München/Basel.
  • Reber, K. (2013): Richtig schreiben lernen. Heterogenität und Differenzierung im Rechtschreibunterricht. In: Rosenberger, K. (Hrsg.): Sprache rechnet sich. Medium Sprache in allen Lebensbereichen. Kongressbericht der Österreichischen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik zum Kongress 2013 in Bad Ischl, 167-175.
  • Reber, K./Kirch, M. (2014): Richtig schreiben lernen: Kompetenzorientierter, inklusiver Rechtschreibunterricht. In: Sallat, St./Spreer, M./Glück, Ch. W. (Hrsg.): Sprache professionell fördern: kompetent-vernetzt-innovativ. Tagungsband zum Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik in Leipzig, 114-120. Artikel zum Download
  • Reber, K./Kirch, M. (2014): Zielgerichtet Fördern und Fordern in heterogenen Klassen. Rechtschreibfähigkeiten kompetenzorientiert entwickeln. In: Pädagogik 3, 30-35.
  • Reber, K./Kirch, M. (2013): Richtig schreiben lernen. Kompetenzorientierter, inklusiver Rechtschreibunterricht. In: Praxis Sprache 4, 254-257. Download des Artikels, Download des Materials zum Artikel (u.a. Kompetenzprofile), Download des gesamten Themenheftes „Inklusion & Sprache“
  • Reber, K./Kirch, M. (2013): Kompetenzprofile Schriftspracherwerb & Rechtschreiben. Downloadmaterial in: Praxis Sprache 4, 254-257. Download der Kompetenzprofile

Medien und Materialien:

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