Sprachförderndes Classroom Management: Durch bewussten Einsatz der Sprache in Unterrichtsgesprächen individuell fördern

Präsenz-Fortbildung an der Grundschule an der Ganghoferstraße, Unterschleißheim

Online-Fortbildung für die Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen

Präsenz-Fortbildung für die Regierung von Schwaben, Fachtagung Beratung Migration

Online-Fortbildung für die Regierung von Oberbayern, Reihe „Sonderpädagogik to go“, Impuls zum Förderschwerpunkt Sprache

Skript zur Fortbildung – Fortbildungsmaterialien für Multiplikator:innen zum Thema

Kennen Sie das? Sie stehen im Unterricht, wollen einen Arbeitsauftrag geben, aber keiner hört zu, es ist laut und es klappt dann natürlich auch nicht. Irgendwie macht jede:r etwas anderes, hat andere Lernvoraussetzungen bzw. eine eigene Lernausgangslage und Sie sind am Verzweifeln! Und schimpfen mag und soll man ja auch nicht, negative Verstärkung bringt nichts.

Ungefähr so fühlt sich das an: Eine eindrückliche Szene aus einer Dokumentation über Quereinsteiger:innen des NDR, ab 15:24 Minuten:

Hessischer Rundfunk: Plötzlich Lehrerin! Klassen-Kampf in der Grundschule | hessenreporter | doku – Youtube: https://youtu.be/H3CjhZnGEjg?si=AOA–h-tNNuHW1Cn&t=924

Was kann man da tun?

Ein zentrales Instrument für solche Unterrichtssituationen ist die eigene Gesprächsführung und Lehrer:innensprache! Die hat man immer dabei, und zielgerichtet, planvoll eingesetzt ist sie eine Macht!

Hier gibt es die Folien zum Vortrag zum Thema „Unterrichtsgespräche im Fokus: Individuell fördern mit der eigenen Lehrer:innensprache“ zum Download. Sie entstanden in Kooperation mit Prof. Dr. Wilma Schönauer-Schneider von der PH Heidelberg – vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit!

Die Folien dürfen gerne für eigene Fortbildungen in der vorliegenden Form verwendet werden. Über Fragen, Anregungen und Kommentare sowie Tipps zur Weiterenwicklung würden wir uns sehr freuen! Dazu gerne unten die Kommentarfunktion des Beitrags nutzen oder etwas über das Kontaktformular schreiben.

Hilfreich ist es, Videobeispiele aus folgenden Produktionen veranschaulichend zu verwenden:

Inhalt im Überblick:

  • Einordnung
  • Kommunikatives Milieu als Basis
  • Non-verbale Gestaltungsmittel
  • Reduktion der Sprechanteile der Lehrkraft
  • Gesprächsführung: Fragen vs. Impuls
  • Feedback: Modellieren
  • Adaption der Äußerungskomplexität – einfache Sprache
  • Arbeitsaufträge geben
  • Ideenbörse

Und was könnte die Lehrkraft in der NDR-Doku nun tun?

Grundlegend geeignet wären die Tipps aus dem Abschnitt „Arbeitsaufträge geben“.

Dazu gehören 4 Schritte – diese kurz im Überblick – mehr Ideen gibt es im Skript:

  1. Aufmerksamkeit sichern:
    Einen zentrale Platz im Raum einnehmen, für Ruhe sorgen, mit allen Blickkontakt aufnehmen, warten, bis es ruhig ist, nicht in die Unruhe hineinsprechen, mit Körpersprache eine „Ansage“ signalisieren,evtl. „Give me five“-Ritual verwenden, evtl. akustisches Signal geben für den Arbeitsauftrag (ritualisieren) …
  2. Arbeitsauftrag geben:
    Den Arbeitsauftrag in klaren Worten, einfacher Sprache und deutlicher Aussprache geben, visualisieren durch Piktogramme, Handgesten etc., evtl. für schwächere SuS zentrale Aspekte vormachen und handlungsbegleitend sprechen
  3. Arbeitsauftrag sichern:
    SuS wiederholen den Arbeitsauftrag in eigenen Worten, evtl. Redeball oder Papgei dazu herumwerfen, können nochmal Fragen stellen, Lehrkraft sichert Verständnis durch gezielte Nachfragen (z.B. „Was machst du, wenn …?“), NICHT: Hast du alles verstanden? (die SuS werden mit JA antworten!)
  4. Start der Arbeitsphase:
    z.B. durch ein akustisches Signal. Danach gleich herumgehen, um sicherzustellen, dass alle richtig starten und zu verhindern, dass neue Unruhe entsteht!

Durch das gesamte Kommunikationsverhalten den Schüler:innen spiegeln, dass jetzt eine ganz wichtige Sache kommt, und Ruhe auch wirklich einfordern! Ein gut gestellter Arbeitsauftrag ist ein zentraler Moment in der Stunde, der wesentlich über den weiteren Verlauf entscheidet: Wird Chaos ausbrechen oder kehrt emsige Ruhe ein?

Mehr Details und Tipps finden sich im Skript.

Hintergrund – Zum Entstehen dieser Sammlung

Frau Prof. Dr. Schönauer-Schneider begleitet seit vielen Jahren Studierende im Praktikum. Ich durfte das lange auch tun, und außerdem als Seminarleitung viele Referendar:innen in der 2. Phase der Lehrer:innenbildung beraten. Dabei haben wir beide festgestellt, dass es wenige zentrale, ganz grundlegende Techniken sind, die großen Einfluss auf die Unterrichtsqualität haben – bzw. dass gerade Anfänger:innen immer wieder die gleichen Fehler machen, und es dann einfach nicht klappt. Diese Erfahrungen teilen wir mit Ihnen in diesem Skript, gestützt und ergänzt durch weitere Konzepte und wissenschaftliche Erkenntnisse. Viel Spaß beim Lesen und gutes Gelingen beim Ausprobieren!

Literatur – weitere vgl. im Skript:

Arand, B./Reber, K./Schlamp-Diekmann, F. (3/2020): Sprachliche Bildung
und Sprachförderung in der Schule. Deutsche Gesellschaft für
Sprachheilpädagogik e.V. (dgs), Berlin. Bestellung und Download unter http://sprachfoerderung.dgs-ev.de

Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik e.V., Autorinnen: Reber, K./Schlamp-Diekmann, F./Schmaußer, C./Schönauer-Schneider, W./Adams, C./Büchner, A./Fruth, Ch./Ruppert-Guglhör, I. (2024): Sprachförderndes Classroom Management mit Bildkarten, Piktogrammen und Ritualen. Starterpaket für Lehrkräfte. In: Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs e.V., Hrsg.), https://www.dgs-ev.de/publikationen/starterpaket

Reber, K./Schönauer-Schneider, W. (5/2022): Bausteine sprachheilpädagogischen Unterrichts. Ernst Reinhardt Verlag, München/Basel. Verlagsinfos und Downloads zum Buch, u.a. Kompetenzprofile Sprache

Reber, K./Schönauer-Schneider, W. (2/2020): Sprachförderung im inklusiven Unterricht. Ernst Reinhardt Verlag, München/Basel. Verlagsinfos und Downloads zum Buch

Reber, K./Schönauer-Schneider, W. (2013): Lehrersprache im Unterricht – mehr als nur erklären, fragen und entwickeln. In: Pädagogik 7, 12-15.

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